Wasserkühlung A bis Z – Grundlagen, Beratung und Einsteigertipps

Warum Wasserkühlung wählen?

  • Wasserkühlung ist im Gegensatz zur Luftkühlung wesentlich leiser, weil ein komplettes System nur wenige Lüfter braucht.
  • Mit Wasserkühlung kann man wesentlich stärker übertakten, indem man zum Beispiel die maximale Spannung der CPU erhöht. Im Gegensatz zu den besten erhältlichen Luftkühlern wird die Temperatur um einiges niedriger sein.
  • Wasserkühlung erhöht die Lebensdauer der Komponenten, selbst wenn man nicht übertaktet. Komponenten halten länger, wenn sie kühler sind.
  • Wasserkühlung kann den Strombedarf des ganzen Systems etwas reduzieren, da ein kühlerer Prozessor nicht nur weniger Strom verbraucht, sondern auch weil weniger Lüfter laufen müssen.
  • Ein Wasserkühlungs-Kit ist eines der langlebigsten Teile eines neuen Builds, da bei den meisten Upgrades nur die Blöcke ausgetauscht werden müssen, falls der CPU-Sockel sich ändert.
  • Wasserkühlung macht den ganzen PC leiser als Luftkühlung. Normalerweise ist das lauteste, was man hört die Festplatten – und selbst das kann man mit SSDs beheben.
  • Wasserkühlung sieht einfach nur gut aus!

Was spricht gegen Wasserkühlung?

  • Wenn etwas schiefläuft und Kühlflüssigkeit austritt, werden möglicherweise weitere Systemkomponenten beschädigt, zum Beispiel durch einen Kurzschluss.
  • Wenn man den Standardkühler einer Grafikkarte entfernt, um sie mit Wasser zu kühlen, erlischt evtl. die Garantie für die Grafikkarte.
  • Man benötigt auf jeden Fall gute Do-It-Yourself Kenntnisse, weil man oft auch das Computergehäuse modifizieren muss, damit alle Komponenten der Wasserkühlung Platz finden. Alternativ kann man natürlich von Anfang an ein Gehäuse kaufen, welches genügend Platz bietet.

Was benötige ich?

Die Basics

Als Erstes musst du wissen, woraus ein Kühlkreislauf überhaupt besteht, und welchen Zweck die einzelnen Komponenten haben.

Kühlblock

Der Kühlblock wird dort eingesetzt, wo im Moment der Kühlkörper deiner luftgekühlten Komponente (zum Beispiel CPU oder Grafikkarte) sitzt. Dieser nimmt die Abwärme auf und transferiert sie auf das durch ihn laufende Kühlmittel.

Radiator

Der Radiator ist dafür zuständig, die aufgenommene Wärme an die Umwelt abzugeben, so wie der Radiator vorne in einem Auto. Oft wird dieser Prozess durch das Anbringen eines Lüfters an den Radiator beschleunigt.

Pumpe

Die Pumpe bewegt die Flüssigkeit durch den Kühlkreislauf. Sie ist ausschlaggebend für die Leistung der Wasserkühlung.

Ausgleichsbehälter

Der Ausgleichsbehälter (kurz: AGB) hat mehrere Zwecke. Er wird benötigt, um Schwankungen im Kreislauf – zum Beispiel, wenn sich die Flüssigkeit ausdehnt, weil sie erwärmt wird – auszugleichen und Luft durch Flüssigkeit zu ersetzen, damit sich keine Luft im aktiven Kühlkreislauf befindet. Außerdem kannst du hier deine Kühlflüssigkeit einfüllen.

Schläuche und Anschlüsse

Die Schläuche und Anschlüsse verbinden alle Komponenten der Wasserkühlung miteinander und verhindern, dass die Flüssigkeit verklebt.

Kühlflüssigkeit

Als Kühlflüssigkeit kann man sich entweder eine fertige Mischung kaufen oder benutzt destilliertes Wasser. Von Leitungswasser ist immer abzuraten, da sich darin Mineralien und Salze befinden, die über Zeit Ablagerungen in den einzelnen Komponenten bilden. Je nachdem, welche Komponenten verbaut, reicht reines destilliertes Wasser auch nicht. Besonders wenn sich Kupfer oder Aluminium im Kühlkreislauf befinden, benötigt man besondere Zusätze.

Ist das nicht gefährlich?

Auf den ersten Blick ist es keine gute Idee, eine Menge Flüssigkeit im PC-Gehäuse zu haben, denn wenn etwas ausläuft, kann es zu einem Kurzschluss kommen, der einen oder mehrere Komponenten zerstört. So ist es aber zum Glück nicht!

Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder du füllst den Kühlkreislauf lediglich mit destilliertem Wasser oder einer anderen stromleitenden Flüssigkeit. Ja, es heißt Wasserkühlung. Ja, Wasser ist günstig. Trotzdem sollte man auf Zusätze oder direkt eine fertige Mischung zurückgreifen. Kaufe eine andere Flüssigkeit. Eine die nicht stromleitend ist, nicht korrodiert, Algenwachstum verhindert, gut die Wärme leitet und trotzdem günstig ist – zum Beispiel „XSPC EC6“. Es gibt auch andere gute Kühlflüssigkeiten, die genau so gut sind wie diese, aber die sind meist etwas teurer.

Dieser Do-It-Yourself Aspekt des Case-Moddings ist mit dem richtigen gekauften Equipment vermeidbar. Oft entscheiden allerdings der eigene Geschmack und die eigenen Vorlieben, welches PC-Gehäuse man kauft. Sei gewarnt, dass wenn du nicht die vorgesehenen Lüfter-Aussparungen wählen willst, denn dann musst du selbst zum Dremel und der Bohrmaschine greifen, um den Radiator anzubringen. Dabei sollte man am besten eine Schutzbrille und Handschuhe tragen, da man mit Aluminium arbeitet. Lass dich trotzdem nicht abschrecken, denn es ist gar nicht so schwer, so lange man vorsichtig vorgeht.

Was kostet es denn jetzt? Die einfache Antwort ist: Es kann ziemlich schnell teurer werden, als eine gute Luftkühlung. Es muss aber nicht übertrieben teuer sein. Für CPU-Kühlkreisläufe gibt es einige Option in Form von fertigen Kits von Marken wie CoolerMaster und Corsair. Sie bieten bei weiten nicht die gleiche Performance eines selbstgebauten (und abgestimmten!) Kühlkreislaufes, sind aber immer noch ein großer Sprung in Bezug auf Leistung und Geräuschpegel. Die Fertig-Kits sind schon ab ca. 70€ zu erstehen.